Hotspot Schule: Volt nimmt Stellung zu Hygienekonzept nach Sommerferien

Hotspot Schule: Volt nimmt Stellung zu Hygienekonzept nach Sommerferien

05.08.2021
Volts Positionspapier zu Vorkehrungen für ein besseres Lernumfeld für Schüler*innen während Corona-Pandemie

Volts Positionspapier zu Vorkehrungen für ein besseres Lernumfeld für Schüler*innen während Corona-Pandemie

> Infektionsgeschehen in Schulen vorausschauend in Schach halten, sozialen Kontakt unter Hygieneauflagen möglich machen 

> “Es ist Zeit für eine Strategie, die sozialen Austausch und effektives Lernen möglich macht”, sagt Hans-Günter Brünker, Teil des Spitzenduos von Volt Deutschland

Berlin, 5. August 2021 - Am Montag sind Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins Schüler*innen aus den Sommerferien zurückgekehrt. Die erstmals zur Bundestagswahl antretende Partei Volt sieht die derzeitigen Strategien in der Schulpolitik kritisch und skizziert in einem aktuellen Positionspapier Vorschläge für Hygienemaßnahmen in Schulen, mittels welcher Gesundheit und Lernkompetenz der Kinder wieder vom nicht-digitalen Schulumfeld profitieren. Dazu setzt Volt auf persönliche und systematische Hygienemaßnahmen (Impfen, Maskenpflicht, Testen, Lüften, Luftreiniger) als entscheidende Maßnahmen für Präsenzunterricht in Schulen und Förderschulen (siehe Forderungen weiter unten). 

“Über die Rolle von Kindern im Infektionsgeschehen sind sich Wissenschaftler*innen noch uneinig. Wir wissen aber, dass viele Schüler*innen gesundheitlich und psychisch massiv unter der Isolation durch Homeschooling leiden und Ungleichheiten verschärft werden”, sagt Hans-Günter Brünker, Spitzenkandidat Volt Deutschland. “Der soziale Austausch mit Gleichaltrigen und die pädagogische Unterstützung durch Lehrkräfte sind unverzichtbar für die persönliche und kognitive Entwicklung. Es ist Zeit für eine Strategie, die sozialen Austausch und effektives Lernen möglich macht. Deshalb wollen wir erneute Schulschließungen dringend mithilfe effektiver Vorkehrungen in Schulen vermeiden.”

Paulo Alexandre, stellvertretender Vorsitzender Volt Deutschland, zur Impfstrategie für Kinder: “Es ist nicht akzeptabel, wenn die Stiko bei der Kinderimpfpflicht unter Druck gesetzt wird - wie es derzeit nahezu alle Parteien machen. Die Stiko hat die verantwortungsvolle Aufgabe, weitreichende Empfehlungen auszusprechen. Das kann sie nicht tun, indem sie ihre Qualitätskriterien herabsetzt. Die Politik sollte sich eher um entsprechende wissenschaftliche Studien bemühen. Solange keine evidenzbasierte Aussage zu Kinderimpfungen getroffen werden kann, muss die Politik sich damit beschäftigen, wie die Impfquote der Erwachsenen signifikant erhöht werden kann, um damit Infektionen bei Kindern und nachgelagerte Quarantäne- sowie Schließungsmaßnahmen in Schulen zu vermeiden. Die Probleme auf die Stiko und die Kinder abzuwälzen, ist keine Option."

Volts Forderungen im Überblick:

  1. Keine flächendeckenden Schulschließungen. Volt fordert, die technischen Voraussetzungen für Hybrid- und Wechselunterricht in Kleingruppen zu schaffen. Über “Notunterricht” müssen bedürftige Schüler*innen mit der nötigen digitalen Ausstattung vor Ort betreut werden können. Sollten Schulschließungen dennoch nötig sein, muss regional statt flächendeckend reagiert werden.  
  2. Autonomiespielraum. Trotz weitgehend länderübergreifender Absprachen soll der Schulleitung mehr Autonomie gegeben werden, um adäquat auf die individuelle Lage zu reagieren. 
  3. Tests und Maske-Tragen. COVID-19-Tests (insbesondere gepoolte PCR-Tests) sollten nach Empfehlung des RKI und nach aktuellem Wissensstand flächendeckend ausgebaut werden. Sie tragen erheblich zum Gesundheitsschutz in Schulen bei. 
  4. Impfschutz. Damit Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren (mit einem höheren Erkrankungsrisiko) durch eine Impfung geschützt werden können, fordert Volt eine altersgerechte Aufklärung in Schulen. 
  5. Luftreinigungs- und Belüftungstechnik. Angesichts der wissenschaftlichen Evidenz zur Wirksamkeit von Luftraumfilteranlagen (vgl. etwa Stellungnahme des Umweltbundesamtes) will Volt den pragmatischen Ausbau und die Ergänzung neuer Belüftungstechnik mit Bundesmitteln voranbringen. Das kann den Präsenzunterricht auch bei höheren regionalen Inzidenzwerten aufrechterhalten.
  6. Nachschulische Bildung.  Auch für Hochschulen, Ausbildungslehrgänge und Praktika muss der Unterricht (digital und in Präsenz) sichergestellt werden, damit sich Ausbildungszeiträume nicht verlängern. Kleingruppen und Unterricht zu Randzeiten verhindern Menschenaufläufe, machen sozialen Kontakt aber möglich.

Das ausführliche Positionspapier “COVID und Schulstart - ein dringendes Positionspapier” ist hier abrufbar. Volts Konzepte für eine rundum neue Bildungspolitik, die auf individuelles Lernen im digitalen und häuslichen Raum setzt, sind im Wahlprogramm zur Bundestagswahl ab S. 111 nachzulesen.