Volt veröffentlicht Bildungspapier

Volt veröffentlicht Bildungspapier

05.09.2021
Wie sieht die Bildungspolitik nach Corona aus? Wie gestalten wir die Schule der Zukunft?

Die Corona-Pandemie hat uns deutlicher denn je gezeigt, welche Schwachstellen unser Bildungssystem hat. “Die Situation während der Pandemie war eine Katastrophe für alle Bildungseinrichtungen. Unsere Lehrer*innen mussten sich von heute auf morgen auf ein vollkommen neues, experimentelles Unterrichten einlassen - und das trotz schlechter IT-Infrastruktur an vielen Schulen und Bildungseinrichtungen. Die allermeisten Lehrenden in Grund- und weiterführenden Schulen haben zum ersten Mal online unterrichtet”, sagt Dr. Jördis Hollnagel, Volts Spitzenkandidatin in Baden-Württemberg, Expertin für betriebliche Bildung und Mutter von drei Schulkindern. “Wir haben viel gelernt in dieser Zeit. Nicht nur Schulstoff. Viele Inhalte kamen von Videoplattformen wie YouTube oder Lernsoftware. Die wichtigsten Lernbegleiter*innen für jüngere Kinder waren wir Eltern und Mütter - und das oft parallel zu unserem ganz normalen Job im Homeoffice.” 

Wir von Volt sehen die Pandemie als Chance, die aktuelle Bildungspolitik in Frage zu stellen und nachhaltig zu verändern. In unserem ausführlichen Positionspapier “Die Covid-Pandemie: Belastung und Chance für schulisches Lernen” fassen wir unsere Vorschläge für die Schulentwicklung, die Weiterentwicklung der Kernkompetenzen von Schüler*innen sowie die Beziehungs- und Erziehungsarbeit zusammen. Wir möchten die Bildungspolitik auffordern, schnell Lehren aus den Erfahrungen der Corona-Pandemie zu ziehen und umzusetzen. Was erwartet Dich in unserer post-pandemischen Bildungsvision? Unsere Vorstellungen im Überblick:

  1. Schulentwicklung fördern. Volt fordert die Weiterentwicklung der Lehrer*innenrolle zu Lernbegleiter*innen in multiprofessionellen Teams. Schüler*innen sollen neben dem klassischen Unterricht auch neue Formen des asynchronen Lernens angeboten werden. Eine umfassende und intakte digitale Infrastruktur ist Grundlage dafür und längst überfällig. Zur Schulentwicklung gehört aus unserer Sicht auch eine Stärkung der Schulautonomie.
  2. Neue Kernkompetenzen ausbauen. In der Pandemie haben viele Schüler*innen trotz verkürzter Unterrichtszeiten und dem Wegfall von Lerninhalten neue wichtige Kernkompetenzen erlangt: digitales Know-how, eigenverantwortliches Lernen und kommunikative Kompetenzen. In der von Volt skizzierten Schule der Zukunft spielen diese Kompetenzen eine wesentliche Rolle. Sie müssen einerseits individuell gefestigt und andererseits in Lernpläne integriert werden, um allen Schüler*innen eine zeitgemäße Bildung zu ermöglichen.
  3. Beziehungs- und Erziehungsarbeit neu denken. Schüler*innen brauchen Halt und Absicherung, z.B. in persönlichen Krisen. Dafür müssen Präventivmaßnahmen und Beratungssysteme in allen Schulformen deutlich ausgeweitet werden: insbesondere Stellen für Schulsozialarbeit, schulpsychologische Dienste und Beratungslehrkräfte. Lehrende, Eltern und Schüler*innen können jetzt innovative Formen der Zusammenarbeit finden, die das Lernen, die schulische Kommunikation und die geteilte Verantwortung für Sozialisation und Erziehung unserer Kinder unterstützen.

Die Pandemie gibt uns eine einzigartige Chance altbewährte Konzepte der Schul- und Unterrichtssituation neu zu denken und pragmatische Lösungen für Missstände zu finden. Die Zeit für eine Transformation ist jetzt. 

Hier geht es zum ganzen Covid Bildungspapier: https://assets.volteuropa.org/2021-07/Volt_Covid_Bildungspapier.pdf