Die EU hat 500 Millionen Menschen, einen riesigen gemeinsamen Markt ohne Binnengrenzen, und dennoch wird es den Unternehmen schwer gemacht, sich frei zu bewegen - und den Regierungen wird es schwer gemacht, sie gerecht zu besteuern. Wir wollen den wirtschaftlichen Handel auf dem gesamten Kontinent erleichtern und gleichzeitig sicherstellen, dass internationale Unternehmen ihren gerechten Anteil zahlen.

Was machen wir zuerst?

Einführung einer für alle EU-Staaten geltenden Definition, wie Unternehmenssteuern zu berechnen sind – um damit Steuervermeidung zu reduzieren

 

Was passiert zurzeit?

Die Verlagerung von Gewinnen multinationaler Konzerne zwischen den Jurisdiktionen stellt ein großes Problem dar. Angesichts ihres rasanten Wachstums stellt die digitale Wirtschaft eine zusätzliche und wachsende Herausforderung für die Verwaltung der öffentlichen Finanzen dar.

Innerhalb der Grenzen der Europäischen Union muss die Praxis multinationaler Konzerne und der Digitalwirtschaft, von Unterschieden in der steuerlichen Behandlung von Transaktionen zu profitieren, muss angegangen werden. Gegenwärtig erhalten Unternehmen Anreize, ihre Transaktionen auf so zu gestalten, dass sie den geringsten Steuerbetrag zahlen, beispielsweise durch die Erfassung von Einnahmen in einem Niedrigsteuergebiet und Ausgaben in einem Hochsteuergebiet. Ein prominentes Beispiel ist Irland, das Apple Steuervorteile in Höhe von bis zu 13 Milliarden Euro gewährt hat.

Gleichzeitig erhöhen unterschiedliche Unternehmenssteuersysteme in der EU die Transaktionskosten für Unternehmen, die in verschiedenen europäischen Ländern tätig sind, da sie eine Vielzahl von Verwaltungsverfahren in unterschiedlichen Staaten einhalten müssen. Wenn die Unternehmen die Auswirkungen der Grenzen auf ihre Steuern nicht verstehen, haben nationale Behörden wenig Spielraum. Eine echte Lösung hängt daher von europäischen und internationalen Maßnahmen ab.

 

Was ist unsere Vision?

Volt wird es einfacher machen, Geschäfte auf dem ganzen Kontinent zu betreiben und dafür sorgen, dass internationale Unternehmen ihren gerechten Anteil zahlen. Eine europäische Harmonisierung der Steuergesetze bringt den Unternehmen Klarheit darüber, worauf sie besteuert werden. Gleichzeitig wird so eine gerechte Behandlung für alle gewährleistet, weil die Steuerumgehung abgeschafft wird. Dieser Rahmen hat zwei Säulen: 1) Ein gemeinsamer Ansatz in Bezug darauf, was Gewinne ausmacht; 2) Ein gemeinsames Verständnis des geografischen Zusammenhangs zwischen der Entstehung von Gewinnen und Steuerzahlungen. Dies wird zu einem transparenteren Steuersystem in der gesamten EU und zu einem gerechteren Wachstum führen.

Wie kommen wir dahin?

1. Einführung einer EU-weiten Definition für die Berechnung der Unternehmenssteuern zur Verringerung der Vermeidungsmöglichkeiten. Eine EU-weite Definition dessen, was steuerpflichtige Gewinne oder Einnahmen sind, muss eingeführt werden. Dafür sind klare Rechnungslegungsvorschriften notwendig, die in allen Mitgliedstaaten gleich sind. Sie bestimmen, wie das zu versteuernde Einkommen berechnet wird, um die Besteuerung dort zu ermöglichen, wo Gewinne erzielt werden. Unternehmen, die in einem Land tätig sind und aufgrund begrenzter finanzieller und rechtlicher Ressourcen nicht agil sind, sollten nicht in einem unlauteren Wettbewerb mit multinationalen Unternehmen stehen. Die Einführung einer gemeinsamen Körperschaftsteuer-Bemessungsgrundlage auf EU-Ebene sollte der erste Schritt sein, obwohl ein globales Abkommen das Hauptziel bleibt. Insbesondere müssen (a) gemeinsame Definitionen darüber gefunden werden, was als Forschungs- und Entwicklungskosten, Fremd- und Eigenkapitalfinanzierung, Investitionen und Abschreibungen bilanziert werden kann. (b) Es müssen klare Regeln für die Verknüpfung von Steuerzahlungen mit der Herkunft des Einkommens geschaffen werden, ebenso wie geografische Regeln, die es den Nationen ermöglichen, von Gewinnen zu profitieren, die in ihrem Zuständigkeitsbereich anfallen.

2. Einführung einer Mindestkörperschaftssteuer zur Bekämpfung von Steueroasen: Die EU soll eine Mindestkörperschaftssteuer einführen, die es den Ländern ermöglicht, die Körperschaftssteuer zusätzlich zu erheben.

3. Bekämpfung der Steuerhinterziehung: (a) Einführung von Überwachungspraktiken in Großunternehmen: Eine umfassende Überprüfung der Unternehmenssteuersysteme in allen EU-Ländern sollte durchgeführt werden, um die Praktiken in Großunternehmen zu überwachen, die darauf abzielen, ihre Steuerlast durch ausgeklügelte Rechtsstrukturen ohne wirklichen wirtschaftlichen Zweck zu verringern. (b) Begünstigte von Firmen, Organisationen und Trusts müssen registriert werden: Steuerhinterziehung ist nicht nur etwas, was wir von großen Unternehmen kennen – Steuerhinterziehung schadet der gesamten Gesellschaft. Ein erster Schritt zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung besteht darin, Offshore- und Briefkastenfirmen, Organisationen und Trusts zu zwingen, ihre wirtschaftlichen Eigentümer öffentlich in ein obligatorisches Register einzutragen.

4. Europäisch starten, global enden: Steuerarbitrage und Steuerhinterziehung sollten auf globaler Ebene bekämpft werden, um wirklich etwas zu bewirken. Ein europäischer Ansatz sollte nur der erste Schritt sein. Als Europa sollten wir hier führend sein.

 

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