Konzeptlose Fahrradstraßen ohne Bürgerbeteiligung

Konzeptlose Fahrradstraßen ohne Bürgerbeteiligung

7/24/2020, 1:36:14 PM
Fahrradstraße in Münster

Die Umgestaltung hin zu “echten” Fahrradstraßen, wie bei der Max-Winkelmann-Straße und Hittorfstraße, sorgt für sehr viel Frust. Dabei ist die Sache an sich nicht verkehrt, jedoch in ihrer Umsetzung mehr als nur unglücklich. Hier zeigt sich, wie es um die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger bestellt ist: Es mangelt nicht an Interesse, sondern sie werden einfach nicht gefragt. “Die Ankündigung der Umsetzung per Postkarte, kurz vor Beginn, war schon überraschend”, so Sebastian Schlusen, Volt-Kandidat für die Bezirksvertretung Hiltrup und Anwohner der Max-Winkelmann-Straße.

Auch ist die offensichtliche Annahme, dass es genügt die Straße rot zu färben und Parkplätze zu streichen, ein Trugschluss. Es müssen alternative Parkmöglichkeiten geschaffen werden, aber auch Konzepte, die das Auto für die einen oder anderen Anwohner unnötig machen. Unbegreiflich ist es auch, dass die angrenzenden Straßen nicht betrachtet und in die Planungen miteinbezogen worden sind. Beim Wegfall von Parkplätzen verschwinden schließlich die Autos nicht einfach. Sie verteilen sich auf die umliegenden Straßen und sorgen dort für Parkplatzmangel und den Unmut der Anwohnerinnen und Anwohner. Es sind ganzheitliche zusammenhängende Konzepte nötig, nachhaltig gedacht und durchgeführt.

Insellösungen wie die neuen Fahrradstraßen, so wie sie jetzt umgesetzt werden, dienen nicht der Verkehrssicherheit und auch nicht dem Klimaschutz im Ganzen. Sie verlagern lediglich die Probleme und lösen sie nicht. Grundsätzlich fördern solche Aktionen zudem nicht die Akzeptanz für Veränderungen.