Ärztliche Versorgung in der Mangel – Stadt, Land, überall?

Ärztliche Versorgung in der Mangel – Stadt, Land, überall?

14.04.2021
Volt veranstaltet digitales Volt meets Experts zum Thema Ärzt*innenmagel
  • Volt veranstaltet digitales Volt meets Experts zum Thema Ärztinnenmagel
  • Moderator John Finder diskutiert mit Prof. Dr. Med. Nils Schneider (Allgemeinmedizin an der Medizinischen Hochschule Hannover), Dr. Med. Katharina Gambal (Anästhesistin) und Cassian Männer (Assistenzarzt)
  • „Ein Bündel an Maßnahmen muss her“, fordert Prof. Dr. Med. Nils Schneider

Berlin, 14. April 2021 – Eine Universallösung für das Problem Ärztinnenmangel scheint es nicht zu geben. Zu diesem Ergebnis kommen die Expertinnen bei der digitalen Veranstaltung Volts meets Experts, organisiert von der Partei Volt Deutschland.

Die Veranstaltungsreihe Volt meets Experts lädt regelmäßig Expertinnen aus Wissenschaft und Praxis zur Diskussion ein. An dem vergangenen Dienstagabend stand die mangelhafte gesundheitliche Versorgungsstruktur im Fokus. Unter dem Titel „Ärztemangel - Stadt, Land, überall?“ wurde die Frage aufgezeigt, wie unsere gesundheitliche Versorgung heutzutage besser sichergestellt werden kann. Und zwar auf dem Land wie in der Großstadt.


Aktuell beleuchtet die Corona-Pandemie die wesentlichen Probleme im Gesundheitswesen. Sie waren längst bekannt, kommen nun aber noch deutlicher zum Vorschein: Ein Defizit an niedergelassen Ärtzinnen zeigt sich vor allem auf dem Land. Immer mehr Berufswege verlaufen in abgesicherten Angestelltenverhältnissen. Es fehlt an Allgemeinmedizinerinnen, da vor allem eine Karriere als Fachspezialistinnen für junge Menschen attraktiv erscheint. Lebensmodelle und Ansprüche an die eigene Berufstätigkeit haben sich stark verändert. In Folge darauf berichteten Prof. Dr. Med. Nils Schneider (Allgemeinmediziner), Dr. Med. Katharina Gambal (Anästhesistin) und Cassian Männer (Assistenzarzt) von fehlenden Absprachen und einer ungleichen Auslastung von Gesundheitsberufen, die in vielen Fällen zu harten Arbeitsbedingungen führen.

All diesen Herausforderungen mit einer einzigen Lösung – einer Art Zauberformel – zu begegnen sei falsch, erklärte Schneider. Damit unterstützte der Expertinnen-Talk die Forderungen von Volt: „Der jetzige Ärzt*innenmangel wird sich in den kommenden Jahren, urban wie ländlich, weiter verschärfen.

Um das abzufedern, setzt Volt sich für mehrere kombinierte Maßnahmen ein: U.a. für den Ausbau der Humanmedizinstudienplätze, eine verstärkte interprofessionelle Zusammenarbeit aller Gesundheitsfachberufe, die Unterstützung von Modellen zur Entlastung von Hausärztinnen bspw. Schwester AGnES-Programmen oder VERAH®-Konzept, und ein sinnvoller Einsatz von Telemedizin.“, so Volt-Mitglieder Kira Terfort und Fabio Sanchez.

Kontrovers wurde vor allem die Landärzt*innenquote diskutiert: Über ihren Ausbau könnten neue Zielgruppen angesprochen werden. Denn auf diese Weise werden bis zu zehn Prozent der Studienplätze an Bewerber*innen vergeben, die sich für die hausärztliche Arbeit auf dem Land verpflichten. Allerdings fand dieses Angebot bisher weitgehend Anklang bei Studierenden, die auf dem Land groß geworden sind. Für Männer selbst wäre dieses Modell deshalb attraktiv gewesen. Gambal
jedoch bezweifelte, dass dadurch die ländliche Versorgung insgesamt verbessert werde. Schneider ergänzte aus eigener Erfahrung: „Mehr und frühe Berührungspunkte zu Landarztpraxen können Studierenden in Form von Praktika im Studium die Vorteile eines solchen Berufsmodell näherbringen“.


Über Volt

Volt. Der Name ist Programm – (erneuerbare) „Energie für Europa“. Volt wurde im März 2017 von einer Französin, einem Italiener und einem Deutschen als Reaktion auf den Brexit und den erstarkenden Rechtspopulismus in Europa gegründet. Ihr Ziel: Die erste echte europaweite Partei aufzubauen. Die Bewegung zielt darauf ab, ein Europa zu verwirklichen, das all seinen Bürgerinnen und Bürgern eine Stimme verleiht. Volt glaubt daran, dass globale Herausforderungen gesamteuropäische Lösungen erfordern. Seit Gründung ist die Bewegung auf Menschen aller Alters- und Berufsgruppen angewachsen. Volt ist mittlerweile in 30 Staaten Europas vertreten, mit Teams in hunderten Städten.

Durch den Aufbau einer nachhaltigen und gerechten Gesellschaft in Europa können grüne Chancen ergriffen, Migration menschenwürdig und verantwortungsbewusst organisiert und mehr Fairness und Gleichberechtigung in der Gesellschaft gefördert werden.

Für Interviewanfragen oder weitere Informationen wenden Sie sich an:

Pauline Raabe & Mark Appoh
Öffentlichkeitsarbeit Volt Deutschland
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