Volt meets Experts - Selbstbestimmtes Sterben - (ärztlich) assistierter Suizid

Volt meets Experts - Selbstbestimmtes Sterben - (ärztlich) assistierter Suizid

23.06.2021, 17:30 UTC - 19:00 UTC
Was bedeutet das Urteil des Verfassungsgerichts? Was muss sich ändern?
Volt meets Experts - ärztlich assistierter Suizid

Im Februar 2020 beschloss das Bundesverfassungsgericht, dass “das allgemeine Persönlichkeitsrecht (...) als Ausdruck persönlicher Autonomie ein Recht auf selbstbestimmtes Sterben [umfasst]”. Daher ist der § 217 StGB verfassungswidrig und für nichtig erklärt worden.

Die Folge ist, dass nun ein neues Gesetz ausgearbeitet werden muss, das die Suizidbegleitung regelt. Die aktuelle Regierung ist hierbei sehr zurückhaltend und versäumt es, ein so wichtiges Thema angemessen anzusprechen.

Im Zuge unsere “Volt meets Experts” Reihe möchten wir nun auch mit Experten über dieses Thema sprechen. Was bedeutet das Urteil des Verfassungsgerichts? Was muss sich ändern? Welche Gefahre bestehen und wie kann man mit diesen umgehen?

Dr. med. Gerhard Köble ist ein 69-jähriger Facharzt für Anästhesie, sowie Deutsch-Schweizer Doppelbürger. Er lebt seit 32 Jahren in der Schweiz und ist dort seit 19 Jahren für verschiedene Sterbehilfeorganisationen als Konsiliararzt und Sterbehelfer tätig. Seit dem Urteil des Bundesverfassungsgerichts im Februar 2020 führt er auch in Deutschland Suizidbegleitungen durch. Somit gründen seine Kenntnisse im Bereich des assistierten Suizids auf langjährigen und umfassenden praktischen Erfahrungen.

Prof. Dr. Andreas Scheulen ist Fachanwalt für Familienrecht und Professor an der Evangelischen Hochschule Nürnberg. Als Experte im Bereich des Betreuungsrecht  gibt er bundesweit Seminare für Berufsbetreuer und Behörden. Außerdem hat er breite Kenntnisse über die Verbrechen des nationalsozialistischen Deutschlands und kann daher bewerten, warum das Thema der Suizidbegleitung in Deutschland noch häufig Tabuisiert wird.