0911 | Reichsparteitagsgelände

0911 | Reichsparteitagsgelände

23.12.2020, 11:50 - Sarah Wolff

Reichsparteitagsgelände

Ein Areal mit Potential

HALLO, WIR SIND VOLT NÜRNBERG! Wir sind gerne politisch aktiv und versuchen Themen rund um die Politik mal etwas unkompliziert und erfrischend anders anzugehen. Unserer Meinung nach muss man kein Polit-Profi sein, um sich politisch zu engagieren. Wir freuen uns auf konstruktive Diskussionen mit Euch!

Unsere Position für ganz eilige

  • Das Konzept “Doing Ground” von N2025 will dem Reichsparteitagsgelände gemeinsam mit Bürgern eine neue Zukunft geben. Wir von Volt Nürnberg finden: Das sollte weiterverfolgt werden!
  • Wir wollen das Gelände als Mahnmal erhalten, denn es gibt nur wenige aus der Zeit erhaltene Bauten dieser Art. Aber wir brauchen einen deutlichen Kontrast bei der Nutzung!
  • Wir möchten aus dem Areal einen Ort der Freizeit, Kunst und Kultur und der Gemeinschaft machen mit ökologisch stark positivem Footprint.

Ein Areal mit Potenzial!

Nürnberg ist nicht nur bekannt für Albrecht Dürer und seine mittelalterliche Architektur, sondern im gleichen Maße auch für seine Bedeutung unter dem grausamen NS-Regime - es war die Stadt der Reichsparteitage. Um den Aufmärschen der Nationalsozialisten Raum zu geben und den architektonischen Größenwahn zu manifestieren, wurde ein Areal von über 16 km² angelegt, das heute bekannt ist als das Reichsparteitagsgelände. Wenige Bauten sind aus dieser Zeit bis heute erhalten geblieben, worunter die Kongresshalle mit dem Dokumentationszentrum, das Zeppelinfeld samt Tribüne und die Lange Straße fallen. Immer wieder stellt sich hier die Frage nach der Zukunft des Geländes, welches vom intentionierten Verfall bis zur erneuten Erschließung reicht. Mit der Bewerbung Nürnbergs zur Europäischen Kulturhauptstadt kam unter dem Konzept “Doing Ground” wieder neuer Schwung in die Planung zur Zukunft des Geländes - der jedoch ein jähes Ende fand. Chemnitz warf Nürnberg aus dem Rennen und das Thema droht wieder unterzugehen.

Unsere Zielsetzung

Der bisherige Zustand kann nicht beibehalten werden! Volt Nürnberg stellt sich daher die Fragen: 

  1. Wie können wir das Gelände für Freizeit, Kunst und Kultur nutzen? 
  2. Wie können wir einen Kontrast zum historischen Erbe des Geländes herstellen und gleichzeitig geschichtliche Inhalte vermitteln?
  3. Wie kann das Gelände ein Ort der Gemeinschaft, der Demokratie und des interkulturellen Austauschs werden?
  4. Wie kann das Gelände in Zeiten des Klimawandels einen ökologischen Nutzen bieten?

Um Antworten auf diese Fragen zu geben, bedarf es der Partizipation und dem Austausch mit Bürger*innen wie auch Expert*innen! Ein integrativer und partizipativer Prozess ermöglicht eine ganzheitliche Betrachtung der Thematik, die, neben Sachverständigen und Mitgliedern des Stadtrats, auch Vertreter*innen der Kunst- und Kulturszene, sowie vor allem Bürger*innen der Stadt Nürnberg, mit in den gestalterischen Prozess einbezieht.

Die Umsetzung

Unter diesen Bedingungen vertreten wir die Ansicht, dass dem Konzept Vielfältigkeit und Inklusivität zu Grunde liegen soll. Während die Bauwerke der NS-Zeit als Mahnmal auch weiterhin für die Öffentlichkeit erhalten und zugänglich sein sollen, soll der dunklen Geschichte dieses Ortes zugleich ein deutlicher Kontrast entgegengesetzt werden! Volt Nürnberg will, dass das Reichsparteitagsgelände ein Ort der Freizeit, Kunst und Kultur und der Gemeinschaft wird. Die gesamte öffentlich nutzbare Fläche braucht die Balance zwischen Begegnungsfläche und Naherholungsgebiet, welches, auch durch anteilige Renaturierung, das ehemalige Reichsparteitagsgelände für die Öffentlichkeit in ihrem Alltag nutzbar macht.

Wir wollen daher gemeinsam mit anderen gemeinnützigen Organisationen das Reichsparteitagsgelände auf der politischen Agenda halten und den Diskurs über die Zukunft des Geländes mit den Bürgern erneut anstoßen.